Lorenz Schmid (bisher), Dr. pharm., geb. 1965, Männedorf, Apotheker und Inhaber der TopPharm Apotheke Paradeplatz
Verheiratet, zwei Jungs im Alter von 12 und 15 Jahren. Aufgewachsen im Zollikerberg und in Stäfa, Studium der Pharmazie in Zürich, Lausanne und San Francisco, Doktorat in Paris. Seit 1997 Inhaber der TopPharm Apotheke Paradeplatz (vormals Fraumünster-Apotheke) mit 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit 2009 Präsident des Kantonalen Apothekerverbands. Schulpfleger in Männedorf von 2002 bis 2006. Seit 2006 Kantonsrat. Präsident der Anrainer-Vereinigung Münsterhof. Seine Hobbies: mit der Familie Reisen in fremde Kulturen und Religionen, mit den Jungs Velofahren und Bergsteigen.
Im Kantonsrat wird er sich weiterhin dafür einsetzen: Ein bezahlbares Gesundheitssystem, ein qualitativ hochstehendes Bildungswesen als Zürichs wichtigste Ressource, eine bessere Erschliessung des Bezirks Meilen durch den öffentlichen und privaten Verkehr sowie mehr Wohnraum für junge Familien und für den Mittelstand.
Als Kantonsrat und Präsident der Vereinigung Münsterhof kämpft er für eine attraktive touristische Gestaltung des Bürkliplatzes durch ein Seerestaurant sowie für eine zukünftig attraktive Nutzung des Münsterhofs, der nach dem Entscheid des stadtzürcher Stimmvolkes von 2003 parkplatzfrei wird. Die Kompensation der wegfallenden Parkplätze in nächster Umgebung der oberen Bahnhofstrasse zugunsten der Städtebesucher sowie ein attraktives Nutzungskonzept für den Münsterhof stehen im Vordergrund.
Kampagne CVP Kanton Zürich 2009 "Sie haben Familie? Respekt, Respekt !"
Die CVP verbindet als einzige Partei liberales Gedankengut mit sozialen Anliegen – wir sind eben liberal-sozial. Diese Grundhaltung ist jetzt notwendiger denn je. Wir setzen uns ein für Familien, für die Wirtschaft, für die Umwelt. 2009 stellt die CVP Kanton Zürich die Familie ins Zentrum. Unser Ziel ist es, ein gutes Umfeld für Familien schaffen! In Zeiten von Wirtschaftskrise, Jugendgewalt und Bildungsaktivismus ist dies wichtiger denn je. Wir wollen: Familien entlasten! (Sozial- und Steuerpolitik) Familien stärken! (Bildungspolitik) Familien schützen! (Sicherheitspolitik / Justiz)
Ja zur Husi
2. April 2007 / es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrte Frau Regierungsratin Liebe Kolleginnen und Kollegen
Ich glaube, zur Husi in der Mittelschule – wie sie bis ins Jahre 2004 praktiziert wurde – gibt es so viele Meinungen wie Absolventinnen und Absolventen dieser drei-wöchigen Haushaltskurse. So wurde die Diskussion in unserer Fraktion geführt, die einen berichteten über ein lässiges Klassenlager, die anderen über Saufgelage, wieder andere über nachhaltige Haushaltskurse, die ihre Kostkünste bis zum heutigen Tag prägen. Und auch ich – der ich nie in den Genuss dieses dreiwöchigen Lagerbetriebs gekommen bin – habe erst gestern beim Kochen das Husibuch „Kochen, Braten, Backen“ meiner Frau konsultiert. Dem Staate sei dank, dass das gestrig zubereitete Mal meiner Familie gemundet hat.
Schon anno dazumal bei der Budgetdebatte über das entsprechende Sparprogramm, hat sich unsere Fraktion für eine Kürzung der Haushaltskurse von drei Wochen auf zwei Wochen ausgesprochen. Dieser Argumentationslinie folgend, ergibt sich nun logisch, dass wir den Gegenvorschlag der Kommission unterstützen werden. Dies tue ich meinerseits nicht mit grosser Ueberzeugung, zweifle ich doch sehr an der nachhaltigen Wirkung dieser 80 Stunden Hauswirtschafts- und Ernährungslehre. Es bleibt zu beweisen, dass ein solcher Semesterkurs nachhaltig das Verhalten von Jugendlichen prägt. Denn es ist nicht anzunehmen, dass die häuslichen Verhaltensmuster einer ganzen Familie sich durch 80 Stunden Hauswirtschaft eines einzelnen Familienmitglieds gross ändern werden. Ich war somit immer schon für eine komplete Ueberarbeitung von Inhalten und Zielsetzungen der Hauswirtschafts- und Ernährungslehre, nämlich eine Ueberarbeitung hin zu einem Lehrauftrags vom Kindergarten an. Keiner der hier anwesenden mag verneinen, dass in Anbetracht einerseits der ökologischen Herausforderungen, andererseits der Gewichtszunahme unserer Bevölkerung diese Inhalte obsolet sind: fachkundige und energiebewusste Anwendung von Haushaltsgeräten, CO2 bewusstes Einkaufen von Lebensmitteln, gesunde Ernährung und Bewegung stellen in diesem Zusammenhang Schlüsselfaktoren dar, diese Herausforderungen zu meistern.
Wir unterstützen den Gegenvorschlag der Kommission, in der Ueberzeugung, dass die Initiative chancenlos bleiben wird, und in der Hoffnung, der Husi einen Weg bereitet zu haben hin zu einem gesamtheitlichen Konzept.
CVP unterstützt mehrheitlich Fachhochschulgesetz-Vorschlag der Kommission für Bildung und Kultur
24. Januar 2007/ Dr. Lorenz Schmid
Die CVP des Kantons Zürich unterstützt mehrheitlich die von der Kommission für Bildung und Kultur verabschiedete Fassung des Fachhochschulgesetzes. Vorwiegend begrüsst die CVP die Zusammenführung der acht Hochschulen in die drei Zürcher Fachhochschulen Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sowie die Pädagogische Hochschule (PHZH), wie auch die Übertragung der strategischen Führung aller drei Fachhochschulen an den Fachhochschulrat.
Die CVP des Kantons Zürich schliesst sich den Aussagen der Pressemitteilung der Kommission für Bildung und Kultur von heute Mittwoch, 24. Januar 2007, an. Im Gegensatz zur Kommissionsmehrheit wird sie jedoch folgende Minderheitsanträge vorbringen:
Nach Ansicht der CVP soll die Standortfrage der Fachhochschulen nicht in die Kompetenz des Kantonsrates fallen, um nicht so zum Spielball regionaler Interessen zu verkommen. Die Standortfrage soll in der Kompetenz des Regierungsrates liegen. Wir glauben, dass der Regierungsrat dieser Fragestellung besser gerecht werden kann als der Kantonsrat.Die autonome strategische Führung der Fachhochschulen durch den Fachhochschulrat – insbesondere dessen Aufgabe, die Rektoren der drei Fachhochschulen zu wählen – erachten wir als sehr wünschenswert und wichtig. Diese Vorgehensweise steht in Analogie zu dem unsererseits unterstützten Anliegen, die Rektorenwahl an der Universität alleine durch den Universitätsrat vornehmen zu lassen (siehe Parlamentarische Initiative Änderung des Universitätsgesetzes KR-Nr. 162/2006). Wir werden deshalb das konsultative Mitwirken der Hochschulversammlung bei der „Besetzung der Hochschulleitung“ mit einem Minderheitsantrag aus dem Gesetz zu kippen versuchen. _______________________________________________________________________
Zürich und Männedorf, 18. September 2006 A N F R A G E von Lucius Dürr (CVP, Zürich) und Dr. Lorenz Schmid (CVP, Männedorf) betreffend Zukunftsgerichtetes Berufsbild für Volksschullehrkräfte
Trotz fortschrittlicher Schulreformen sind heute zahlreiche Primarlehrerinnen und Primarlehrer verunsichert, weil ihr Beruf nicht klar definiert ist, aber auch die beruflichen Rahmenbedingungen teilweise nicht den heutigen Anforderungen entsprechen. Dass über 80% der Lehrkräfte nicht 100% arbeiten, deutet darauf hin, dass wesentliche Mängel in den Rahmenbedingungen bestehen. Dies gilt auch bezüglich der Geschlechterverteilung bei den Lehrkräften. Offenbar können männliche Lehrkräfte, die für eine Familie aufzukommen haben, mit einem reduzierten Lohn eine solche finanziell nicht unterhalten. Die Schaffung eines zukunftsgerichteten Berufsbilds und besserer Rahmenbedingungen sind vor allem für die Zeit ab 2009, wenn auf Grund der demographischen Verhältnisse ein akuter Mangel an Berufstätigen droht, dringend notwendig. Erfahrungsgemäss wechseln in solchen Situationen zahlreiche Lehrkräfte in die Privatwirtschaft.
Für zahlreiche Berufe bestehen heute klare, zukunftsgerichtete Berufsbilder, welche den Inhalt eines Berufs definieren und seine Rahmenbedingungen, die Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen darstellen. Im Bereich der Volksschullehrkräfte gibt es diesbezüglich zahlreiche Lücken.
Wir stellen dazu deshalb folgende Fragen, die wir den Regierungsrat bitten zu beantworten:
1. Gedenkt der Kanton Zürich ein den heutigen Anforderungen entsprechendes Berufsbild für Volksschullehrkräfte zu entwickeln? Bis wann wird ein solches erstellt sein? Damit verbunden ist die Frage, bis wann die Berichte des Regierungsrates zu den Postulaten KR-Nrn. 24/2006 und 46/2006 erwartet werden können.
2. Bestehen bereits in andern Kantonen solche Berufsbilder, die ganz oder teilweise übernommen werden könnten?
3. Welches wären die geeigneten Massnahmen, damit Volksschullehrkräfte vermehrt wieder 100% arbeiten könnten? Müssten insbesondere die Stundenzahlen entsprechend gesenkt werden (z.B. bei Unterstufen-Lehrpersonen bei Blockzeiten)? Macht es Sinn, dass Lehrkräfte trotz vollamtlicher professioneller Hauswartungen Arbeiten wie Putzen, Aufräumen, Lüften und Ähnliches übernehmen müssen? Wie lässt sich der administrative Aufwand wieder senken, wie der Koordinationsaufwand? Wie kann das Kerngeschäft wieder aufgewertet werden?
4. Führen die bereits eingeführten oder vorgesehenen Schulleitungen zu wirksamen Entlastungen der Lehrkräfte?
Anfrage der drei Kantonsräte Markus Brandenberger (SP), Theres Weber (SVP), Lorenz Schmid (CVP)
Uetikon a.S. und Männedorf, 26. Juni 2006 _________________________________________
Die Zürichsee-Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 24. Juni 2006, dass die Stiftung Hohenegg auf Druck der Gesundheitsdirektion ihren Anteil am Psychiatriezentrum Männedorf (PZM) an die Schlössli-Gruppe verkauft hat. Im Vorfeld dieser Transaktion haben sich verschiedene Gruppierungen (Hausärzte am Pfannenstil, Vereinigung von PsychiaterInnen, Regionale Psychiatriekommission, Kreisspital Männedorf [KSM]) gegen die alleinige Übernahme des PZM durch die Schlössli-Gruppe und für Kooperationsmodelle (z.B. zusammen mit dem Kreisspital) ausgesprochen.
In diesem Zusammenhang bitten wir die Regierung um Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Woher nimmt die Gesundheitsdirektion die Legitimation, sich (gemäss Presse) mit Druck in Verhandlungen zwischen privaten Partnern einzumischen?
2. Ist es richtig, dass die Gesundheitsdirektion damit gedroht hat, dem PZM den Leistungsauftrag zu entziehen, falls der Verkauf der Anteile Hohenegg ans Schlössli nicht zu Stande käme?
3. Welche Vorteile verspricht sich die Gesundheitsdirektion für die psychiatrische Versorgung der Region aus dieser Konzentration?
4. Das PZM pflegt eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem KSM. Aus weIchen Gründen hat die Gesundheitsdirektion die vorgeschlagene und angebotene gemeinsame Trägerschaft Schlössli/KSM nicht gefördert?
5. Welche Auswirkungen wird das Ausscheiden der Hohenegg aus der Trägerschaft auf den Leistungsauftrag haben? Welches Einzugsgebiet bleibt oder wird dem PZM zugewiesen?
6. Die Klinik Schlössli lässt verlauten, dass nächstes Jahr mit einer Umstrukturierung und «Änderung der Kultur» zu rechnen sei. Welche Auswirkungen werden diese Umstrukturierungen und Kulturwandel auf das Angebot des PZM haben? Spielen Struktur und Kultur bei der Wahl ihrer Partner für die Gesundheitsdirektion eine Rolle?
7. Das Psychiatriekonzept postuliert eine regions- statt institutionszentrierte Sichtweise und auch andere Quellen sprechen von einer institutionalisierten Kooperation statt Konzentration. Wie verträgt sich die Ballung der gesamten institutionellen psychiatrischen Versorgung in der Psychiatrieregion 3 in einer Hand mit dieser Ausrichtung?
PARLAMENTARISCHE INITIATIVE vonEsther Guyer (Grüne, Zürich), Lorenz Schmid (CVP, Männedorf) und Samuel Ramseyer (SVP, Niederglatt)
betreffend Änderung des Universitätsgesetzes
Das Universitätsgesetz vom 15. März 1998 (LS 415.11) wird wie folgt geändert:
Senat
§ 30. Der Senat setzt sich zusammen aus den Professorinnen und Professoren und den Delegierten der Stände. Abs. 2 wird aufgehoben. Abs. 3 wird zu Abs. 2.
Begründung: Die Universitätsleitung kam in den letzten Jahren auf Grund zahlreicher Vorfälle in die Kritik. Ein Ausdruck davon sind verschiedene parlamentarische Vorstösse (z.B. KR-Nrn. 123/2005 und 199/2005). Die Wahl der Rektorin oder des Rektors sowie der Prorektorinnen und Prorektoren obliegt richtigerweise dem obersten Organ der Universität, dem Universitätsrat. Aufgabe des Gesetzgebers ist es, dafür zu sorgen, dass die Wahl der Mitglieder der Universitätsleitung in einem Verfahren erfolgt, das den üblichen Kriterien für die Besetzung von hohen Kaderpositionen Rechnung trägt. Nur auf diese Weise kann letztlich gewährleistet werden, dass eine kompetente und starke Universitätsleitung gewählt werden kann.
Die Universitätsleitung ist das operative Leitungsorgan der Universität für den gesamtuniversitären Bereich. Angesichts der Grösse und Bedeutung der Universität sind an dieses Führungsorgan höchste Anforderungen zu stellen. Diesen hohen Anforderungen an das Amt vermag das heutige Auswahlverfahren nicht mehr zu genügen. So stellt gemäss § 30 Abs. 2 des Universitätsgesetzes der Senat, d.h. die Vollversammlung aller Professorinnen und Professoren, zu Handen des Universitätsrates Antrag auf Wahl der Rektorin oder des Rektors und der Prorektorinnen und Prorektoren. Dies hat zum einen zur Folge, dass faktisch nur Professorinnen und Professoren aus der Universität Zürich zur Wahl vorgeschlagen werden. Externe Kandidatinnen und Kandidaten haben bei diesem Verfahren praktisch keine Chance. Zudem bleiben die gewählten Mitglieder der Universitätsleitung ihren früheren Kolleginnen und Kollegen verpflichtet, was ihre Unabhängigkeit gefährdet. § 30 Abs. 2 des Universitätsgesetzes ist deshalb aufzuheben. __________________________________________________________
Das frühe Erlernen zweier Fremdsprachen als Chance
Die CVP des Kantons Zürich unterstützt das Gesamtsprachenkonzept der Eidgenössischen Direktorenkonferenz (EDK). Sie sieht im möglichst frühen Erlernen zweier Fremdsprachen Synergien zur Entwicklung einer implizit erworbenen Sprachkompetenz und lehnt die Initiative: „nur eine Fremdsprache an der Primarschule“ ab.
Aus staatspolitischen sowie geographischen Gründen geniesst das Erlernen von Fremdsprachen in der Schweiz zweifelsohne einen grossen Stellenwert und galt schon immer gegenüber anderen Ländern als Mehrwert in Wirtschaft und Kultur.
Aus sprachwissenschaftlichen Studien wissen wir: Je früher Kinder eine Fremdsprache erlernen, desto einfacher werden sie sich nicht nur diese, sondern später auch zusätzliche weitere Fremdsprachen aneignen. Dieses implizite Erlernen ist – im Gegensatz zum späteren Fremdsprachenerwerb – weniger kopflastig und kann sowohl von leistungsschwachen wie leistungsstarken Kindern gleichermassen genutzt werden. Diesem Umstand trägt bereits die Anwendung der Schriftsprache ab der ersten Primarklasse – in verschiedenen Kantonen bereits ab dem Kindergarten – mit grossem Erfolg Rechnung. Ebenso ist aus wissenschaftlichen Studien ersichtlich, dass sich der Sprachenunterricht von verschiedenen Sprachen gegenseitig befruchtet. Das native menschliche Gehirn ist durch „Mehrsprachigkeit“ nicht überfordert.
Es ist nicht zu leugnen, dass die negativen Erfahrungen mit dem Frühfranzösisch uns – und auch den Verfasser dieser Zeilen – nachhaltig geprägt haben. So wird der Erfolg des frühen Fremdsprachenerwerbs primär von einer gut ausgebildeten Lehrerschaft, von geeigneten Lehrmitteln und Unterrichtsformen sowie von den nötigen zeitlichen Ressourcen abhängen. Hierfür besteht aus Sicht der CVP Bedarf nach Verbesserungen gegenüber dem momentan eingeführten System.
Das frühe Erlernen von Fremdsprachen ist nicht ein Schweizer Novum. Verschiedene Länder wie Finnland (im 1. Schuljahr Englisch, im 5. Schuljahr Deutsch oder Französisch), Luxemburg (1./Deutsch, 3./Französisch) oder Schweden (2./Englisch, 5./Deutsch oder Französisch) praktizieren den frühen Fremdsprachenerwerb mit Erfolg. Wir sind zuversichtlich, dass dies auch an den Zürcher Schulen gelingen wird.
CVP Fraktion des Zürcher Kantonsrates, Mai 2006 Lorenz Schmid __________________________________________________________
Stellungnahme zum Lehrmittel „Hinschauen und Nachfragen – Die Schweiz und die Zeit des Nationalsozialismus im Licht aktueller Fragen“
1. Grundsätzliches
Den Autorinnen und Autoren des Lehrmittels ist zu gratulieren. Im vorliegenden Werk wird anhand menschenrechtlich bedeutsamer Fragen die Schweiz unter die Lupe genommen und fair nach Leistungen, möglichen Alternativen und Fehlverhalten gefragt. Es ist richtig und sinnvoll, die gewonnen Erkenntnisse der letzten Jahre und die unzähligen historischen Quellen, die zum Teil erst neu zugänglich waren, für den Schulunterricht nutzbar zu machen. Die Autoren bringen spannende Fakten und Kommentare ein, nicht wertend und jeweils mit konträren Beispielen. Das Bemühen nach Ausgewogenheit ist offensichtlich.
2. Didaktisch-/pädagogischer Aspekt
Das Unterrichtswerk wird von uns als nützlich und hilfreich eingestuft. Es wurde lange genug geklagt, ein geeignetes Lehrmittel über die Zeit des zweiten Weltkrieges für die Schule fehle. Das Werk ist spannend, wobei die darin aufgeführten Vorschläge für Projekte und Arbeiten sowie das ansprechende Bildmaterial besonders erwähnt seien.
Pro Kapitel werden Lernziele formuliert und vertiefende Aufgaben mit entsprechenden Erläuterungen erteilt. Das vorliegende Lehrmittel, welches als Ergänzung zu den gängigen Lehrmitteln eingesetzt werden soll, bietet auch inhaltlich Stoffe an, die in den anderen Lehrmitteln nicht vorhanden sind.
Es fragt sich allerdings, ob die anspruchsvolle Sprache und das Niveau der Portfolio-Aufträge bzw. die Aufgaben des Werkes stufengerecht sind.
Fragen stellen wir uns auch betreffend methodischer Hilfen. Die didaktischen Überlegungen zum Lehrmittel (siehe: www.lehrmittelverlag.com) sind beeindruckend. Allerdings bleibt es bei einer Geschichtsdidaktik auf hohem Niveau, welche keine methodischen Hilfen vermittelt. Die Lehrerschaft ist an dieser Stelle sehr gefordert.
3. Inhaltliche Aspekte
Die Geschehnisse während des zweiten Weltkrieges werden durch Innen- und Aussenansichten vermittelt, wobei gegensätzliche Portraits verschiedener Persönlichkeiten (Bsp. General Guisan) und Einzelschicksalen (Anny Stöckli-Roos) eine differenzierte Betrachtungsweise ermöglichen. Die Hilfsbereitschaft der Eidgenossen gegenüber Flüchtlingen wird ebenso eingebracht wie entsprechende Kritische Fragen: Was war Anpassertum? Welche Handlungsspielräume bestanden? Wo waren tatsächliche Sachzwänge und wo war Raum für Handeln aus ethischer Überzeugung? Die Lesenden werden angeregt, solche Fragen zu reflektieren. Gleichzeitig geht der Inhalt des Lehrmittels über die Grenzen der Schweiz hinaus. Dies erlaubt ein differenziertes Vergleichen verschiedener Konfliktsituationen.
CVP-Fraktion des Zürcher Kantonsrates, 19. Mai 2006 Lorenz Schmid